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Der offene Blick

ein Film von Peter Nestler

2022, DE/AT, 101 min, HD, 16:9, Stereo

DER OFFENE BLICK stellt Künstlerinnen und Künstler der Sinti und Roma vor, die in ihren Werken das Trauma der Verfolgung und ganz persönliche Erfahrungen gestalten. Sie bedienen sich verschiedenster Ausdrucksformen und Mittel, doch allen gemeinsam ist der offene Blick. Diesen erfahrbar zu machen, gelingt Peter Nestler, indem er ihnen ohne kulturelle Festschreibungen und auf Augenhöhe begegnet. Gitta Martl und ihre Tochter Nicole Sevik lesen kurze Texte. Sie gedenken darin der Sinti und Roma im oberösterreichischen "Zigeuneranhaltelager" Weyer. Ceija Stojka (1933-2013) war eine österreichische Schriftstellerin, Malerin, Sängerin, Aktivistin und Überlebende der nationalsozialistischen Konzentrationslager Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen. Ihre Bilder werden weltweit in Museen und Galerien ausgestellt. Ceija Stojka schuf eigene Ausdrucksformen, formte Erinnerung und Traumata zu einem malerischen Oratorium gegen das Vergessen. Filmemacherin Karin Berger begleitete das Schaffen Stojkas als Freundin und Mentorin während zweieinhalb Jahrzehnten. Sie erinnert an die außergewöhnliche Frau. Schriftsteller und Roma-Aktivist Samuel Mágó, der sich in seinen Texten mit Identität und Vorurteilen auseinandersetzt, sagt: "Für meine Generation ist Ceija Stojka ein wahnsinnig großes Vorbild." In diesem Kontext steht ein Exkurs der Filmwissenschaftlerin Radmila Mladenova zu antiziganistischen Klischees in der Filmgeschichte seit D. W. Griffith, denen Fotografien entgegengestellt werden, die durch einen "egalitären Blick" in der Darstellung von Sinti und Roma gekennzeichnet sind. Die Künstlerin Lita Cabellut verbrachte ihre Kindheit in prekären Verhältnissen im spanischen Aragon. Als Zwölfjährige wurde sie von einer katalanischen Adelsfamilie adoptiert, übersiedelte 1980 in die Niederlande, studierte an der Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam und lebt seither in Den Haag. Als Malerin bedient sie sich einer neuzeitlichen Fresko-Technik, kreiert Opern-‎Ausstattungen und Kostüme.‎ In den letzten Jahren hat sich für Künstler*innen einiges zum Positiven gewendet. So bietet beispielsweise die Galerie und Stiftung Kai Dikhas unter Leitung von Moritz Pankok mit mehr als hundert Ausstellungen ein kontinuierliches Forum. Teile der Sammlung sind auf der diesjährigen "documenta fifteen" zu sehen. Jovan Nicolić erzählt in poetischen Kurzgeschichten von seiner Kindheit in einer jugoslawischen Musikerfamilie. "Die Träne" ist eine tragikomische Miniatur über die Trauerfeier für seinen toten Vater, dem man ein letztes Mal das Saxofon an die Lippen legt. Eingerahmt wird der Film durch Ausschnitte eines Konzerts der "Roma und Sinti Philharmoniker".

Regie und Buch
Peter Nestler
Kamera
Rainer Komers
Ton
Michael Busch
Schnitt
Dieter Reifarth
Produzent(en)
Dieter Reifarth
Ko-Produzent(en)
Constantin Wulff
Produktionsfirma
strandfilm
Ko-Produktionsfirma
Navigator Film, ZDF/3sat
Hergestellt mit finanzieller Unterstützung von
Regie und Buch
Peter Nestler
Kamera
Rainer Komers
Ton
Michael Busch
Schnitt
Dieter Reifarth
Produzent(en)
Dieter Reifarth
Ko-Produzent(en)
Constantin Wulff
Produktionsfirma
strandfilm
Ko-Produktionsfirma
Navigator Film, ZDF/3sat
Hergestellt mit finanzieller Unterstützung von
Preise und Auszeichnungen